Mangelnde Gleichstellung an der Universität

The_first_Scottish_women_to_graduate_from_The_University_of_Edinburgh
The first Scottish women to graduate from The University of Edinburgh, 1870/75

ist ein sehr (un)beliebtes Thema von mir. Ende August 2013 schrieb die  Professorin der Kunstgeschichte Christiane Kruse einen aufschlussreichen und mutigen Artikel über ihre persönlichen Erfahrungen auf dem Weg zur Professur für die FAZ, der sich zu lesen lohnt und meiner Meinung nach die Misere an vielen deutschen Instituten darstellt:

http://www.faz.net/-gsn-7gy53

Ich finde diesen Artikel sehr mutig, denn Frau Professorin Kruse hätte auch einfach den Mund halten können, da sie es ja schlussendlich “geschafft” hat. Stattdessen fasst sie in Worte, was an der Universität ansonsten bloß ein ungutes Gefühl (der Einzelnen) ist. Dass sie dafür Worte gefunden und ihre Geschichte publik gemacht hat, ist heroisch. Denn nur wenn das Schweigen gebrochen wird, wird sich etwas verändern. Und, natürlich, nur mit einer verbindlichen Frauenquote an der Universität und zwar von 50%.

Aufgrund vieler Solidaritätsbekundungen von Frauen und Männern, so schrieb sie mir in einer E-Mail, will sie sich zukünftig als Gleichstellungsbeauftragte an ihrer Hochschule (der Muthesius Kunsthochschule Kiel) engagieren. Das macht Mut und ist wiederum ein gutes Beispiel für uns alle.

Und hier ist Frau Professorin Kruse  im Interview mit Deutschlandradio Kultur im September 2013, wer wissen möchte, wie es nach ihrem Artikel (bisher) weiterging:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/2263751/

In diesem Interview fordert sie u.a. 50% Frauen in den Berufungskommissionen, denn “da kommt auch Macht ins Spiel”. Richtig. Um Macht(positionen) geht es hier, und es ist ein häufiger Teufelskreis (Männer berufen Männer berufen Männer…), der nur mit der 50%-Quote durchbrochen werden kann.

BandW