Mind the Gap: Global Gender Gap Report 2013

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Zahlen, Zahlen, Zahlen. Heute geht es um die weltweite Gender Gleich- bzw. Ungleichberechtigung. Dabei schaue ich mir die Zahlen des World Economic Forums an, das jedes Jahr einen Report zum Gender Gap herausbringt. Da ich mir an dieser Stelle nicht jedes Land einzeln vornehmen kann, konzentriere ich mich auf Deutschland. Hier ist der ganze Report zum Nachlesen:

The Global Gender Gap Report 2013

 

Mind the Gap

Und vorab kommt die Direktorin Frau Saadia Zahidi zu Wort, um die Resultate des diesjährigen Reports kurz zusammenzufassen:

Der Report untersucht Gleichberechtigung in vier Kategorien: Ökonomische Teilhabe, Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, Gesundheit und Überlebenschancen sowie politische Teilhabe. Deutschland landet 2013 auf Platz 14, hinter Island (1), Finnland (2), Norwegen (3), vor den USA (23), Spanien (30) und Japan (105). Schlusslichter bilden der Tschad (134), Pakistan (135) sowie der Jemen (136).

14 von 136 klingt ja erst einmal nicht schlecht, aber wir sind hier nicht beim Eurovision Song Contest und wenn man genauer hinschaut, wird’s armselig: 2009 war Deutschland noch auf Rang 12, 2008 auf Rang 11, 2007 auf Rang 7 und 2006 sogar weltweit an der 5. Stelle. Der Trend weist also klar abwärts…

Bei den vier Kategorien sieht es dann im Einzelnen wie folgt aus:
Ökonomische Teilhabe: 46. Platz
Bildungschancen: 86. Platz
Gesundheit und Überleben: 49. Platz
Politische Teilhabe: 15. Platz

Der “hohe” 14. Gesamtplatz ergibt sich also vor allem aus den sehr guten ökonomischen Umständen in denen Frauen in Deutschland im Vergleich zum Rest der Welt leben: “High Income US$12,616 or more” (14).

Auf Seite 25 heißt es: “Germany (14) falls one place this year because of small decreases in the labour force participation ratio, the Wage equality for similar work ratio and in the percentage of women among legislators, senior officials and managers (from 38% to 30%). There is also no data this year on the Enrolment rate in secondary education indicator.” 

Und tatsächlich, bei weiblichen Arbeitskräften liegt Deutschland nur auf Rang 44 und bei der Lohngleichheit sogar nur auf Platz 93. In der Subkategorie “Legislators, senior officials and managers” landet Deutschland auf Platz 60. Keine Überraschung.

Interessant ist sicher noch, dass der Bericht die “[a]bility of women to rise to positions of enterprise leadership” in Deutschland mit 5 bewertet, wobei 1 für “worst score” und 7 für “best score” steht. Die “[f]irms with female top managers (% of firms)” ermittelt der Bericht mit 0 (!); und der “[s]hare of women on boards of listed companies (%)” wird mit  3 bewertet. Auf den Seiten 206-207 sind die Ergebnisse für Deutschland zusammengefasst.

Und zum Abschluss noch die Konklusion des Berichts in Hinblick auf alle bewerteten Länder: “No country in the world has achieved gender equality. The four highest ranked countries— Iceland, Finland, Norway and Sweden—have closed between 81% and 87% of their gender gaps, while the lowest ranked country—Yemen—has closed a little over half of its gender gap.” (Seite 35)

Grossartig grafisch zusammengefasst hat den Bericht die BBC. Hier kann man sich anhand interaktiver Karten die Gender Gaps der Welt genau anschauen. Es lohnt sich.

Mind the gap!

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